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Ein Zugbegleiter mit Bodycam: Die Bahn testet nun Doppelbesetzungen

Foto: Uwe Anspach / dpa

Rund zweieinhalb Monate nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in einem Regionalzug in der Westpfalz testet die Deutsche Bahn beim Personal nun eine Doppelbesetzung. Kundenbetreuer seien seit 13. April in zahlreichen Zügen von DB Regio Mitte erstmals zu zweit unterwegs,teilte die Deutsche Bahn nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa mit. Die Doppelbesetzung solle für mehr Sicherheit im Zug sorgen.

Zunächst seien dafür einige Strecken in Rheinland-Pfalz,im Saarland und nördlichen Baden-Württemberg ausgewählt worden,einschließlich des Landkreises Bergstraße in Südhessen.

Nach der ersten Einsatzwoche sei von Mitarbeitenden bereits zurückgemeldet worden,»dass sie durch das gemeinsame Auftreten eine kritische Situation entschärfen und eine weitere Eskalation verhindern konnten«,teilte die Vorsitzende der Regionalleitung DB Regio Mitte,Silke Janser,mit. Das zeige die »schnelle Wirksamkeit der Doppelbesetzung«.

Manche Züge dafür ohne Zugbegleiter

Die Tests würden mit der heutigen Anzahl an Kundenbetreuern durchgeführt. Das bedeute,dass manche Züge mit zwei Betreuern besetzt seien,auf anderen Zügen dafür kein Personal an Bord sei. Die Besetzung rotiere,damit sich die Einsätze über alle Züge und Linien verteilen. Wie lange der Testbetrieb dauert,sei noch offen.

Die doppelte Besetzung war laut Bahn ein großer Wunsch vieler DB-Beschäftigten. In einem nächsten Schritt sollten auch andere Modelle wie gemischte Teams aus Kundenbetreuung und Sicherheitspersonal oder Prüftrupps mit einer größeren Anzahl von Personen getestet werden.

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Die Zahl der Attacken auf Bahn-Mitarbeiter hat zuletzt ein besorgniserregendes Ausmaß angenommen. Laut Erhebungen der Deutschen Bahn lag die Zahl der Straftaten gegen Zugpersonal im Jahr 2025 bei mehr als 3000 – darunter mehr als 1200 Körperverletzungen und 324 Fälle von gefährlicher Körperverletzung. Aufgrund der zunehmenden Gewalt in Zügen soll knapp jeder dritte Bahn-Mitarbeiter bereits über eine Kündigung nachdenken.

Auch Zugchef René Bäselt wurde schon angegriffen. Was ihm und seinen Kollegen helfen würde,lesen Sie hier.

kko/dpa

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