2026-06-11 https://www.spiegel.de/wirtschaft/diw-sieht-wirtschaft-in-deutschland-aktuell-in-der-rezession-a-f88c5379-34ed-4255-b576-3e3d7bb455a2 HaiPress


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Hüttenwerk und Steinkohlekraftwerk in Duisburg
Foto: Rupert Oberhäuser / IMAGO
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht Deutschland angesichts des aktuellen Energiepreisschocks vorübergehend in einer Rezession. Im laufenden Frühjahrs- und im Sommer-Quartal dürfte die Wirtschaftsleistung leicht schrumpfen,erklärten die Berliner Ökonomen zu ihrer aktualisierten Konjunkturprognose. Bei zwei Quartalen in Folge mit sinkendem Bruttoinlandsprodukt sprechen Fachleute von einer technischen Rezession. Zum Jahresende werde sich die Wirtschaft,auch dank des Finanzpakets der Bundesregierung,stabilisieren.
»Dass die Wirtschaft in diesem Jahr überhaupt noch wächst,ist allein der öffentlichen Hand zu verdanken«,sagte DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) nur noch mit 0,5 Prozent Wachstum und für nächstes Jahr mit plus 0,8 Prozent.
Im März und damit kurz nach Beginn des Irankriegs hatte das DIW für dieses Jahr noch 1,0 Prozent Wachstum erwartet und für 2027 mit 1,4 Prozent gerechnet. »Der Energiepreisschock bremst die Erholung spürbar – aber wir erleben kein zweites 2022/23«,erklärte Dany-Knedlik. »Der Schock ist kleiner,die Energieversorgung ist noch gesichert,und Deutschland ist heute weniger abhängig von fossilen Importen als nach Beginn des Ukrainekriegs.«
In einem Negativszenario schätzt das DIW,dass die Wirtschaft 2026 sogar um rund 0,5 Prozent schrumpfen könnte.
»Die finanzpolitischen Impulse fangen den konjunkturellen Rückschlag aber nicht vollständig auf«,betonte die DIW-Ökonomin. »Entscheidend ist,dass die Mittel aus den Sondervermögen zügig und tatsächlich zusätzlich abfließen und nicht nur ohnehin bereits geplante Investitionen finanzieren.« Sonst falle der Impuls schwächer aus als erhofft.
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Einen spürbaren Impuls durch die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft in den USA,Mexiko und Kanada für die gesamte deutsche Wirtschaft erwartet das DIW nicht. Allerdings könne es in bestimmten Branchen und Wirtschaftszweigen wie der Gastronomie positive Effekte geben,sagte Dany-Knedlik.
jpe/Reuters
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