2026-08-24 https://www.spiegel.de/wirtschaft/verbraucherschuetzer-monieren-tricks-bei-trinkgeld-per-karte-a-33e4a31c-4a82-4e80-89d6-da25c7faaf40 HaiPress


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Kartenlesegerät im Café: Trinkgeld ist freiwillig
Foto: Jens Kalaene / dpa
Für Kaffee und Kuchen,zwei Pizzen zum Mitnehmen oder für das Familienessen im Restaurant: Beim Bezahlen in der Gastronomie geben viele auch ein kleines oder größeres Trinkgeld dazu. Wird die Rechnung per Karte beglichen,zeigen Lesegeräte dafür häufiger gleich eine Vorauswahl an Optionen an: 7 Prozent oder 10 Prozent oder heute mal 20 Prozent? Da schnell etwas anzutippen,versetzt manche Gäste leicht in Stress.
Verbraucherschützer und die Gewerkschaft sehen die Ursache dafür auch in der Gestaltung der Bezahlgeräte. Die Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverbands,Ramona Pop,sagte der Nachrichtenagentur dpa: »Es muss auf den ersten Blick erkennbar sein,wie Gäste Trinkgeld ablehnen oder die Höhe selbst festlegen können.« Der Verband setze sich daher für ein Verbot »manipulativer Designtricks« auf europäischer Ebene ein,wie sie auch von Webseiten oder Apps bekannt seien.
Eine im Frühjahr vorgestellte Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom zeigte indes viel Skepsis bei voreingestellten Optionen beim Bezahlen mit Karte. Praktisch fanden das in der nach eigenen Angaben repräsentativen Erhebung demnach 29 Prozent der 1004 Befragten ab 16 Jahren. Und 64 Prozent meinten,vorgeschlagene Beträge führten dazu,dass mehr Trinkgeld gegeben werde als ursprünglich geplant.
Bei der Art und Weise der Umsetzung legt die Gewerkschaft aber Wert auf Transparenz und dass es kein subtiles Drängen gibt. »Auch bei digitaler Bezahlung muss es eine freiwillige Entscheidung der Gäste bleiben. Sie sollten dabei keinen Druck verspüren«,mahnte Zeitler. »Deutlichen Verbesserungsbedarf sehen wir deshalb dort,wo Bezahlsysteme Kundinnen und Kunden durch ihre Gestaltung in eine bestimmte Richtung lenken.«
Daher sollte die Möglichkeit,kein Trinkgeld zu geben oder einen eigenen Betrag einzugeben,so sichtbar und einfach nutzbar sein wie vorgegebene Trinkgeld-Optionen,sagte der Gewerkschaftschef. Und machte auch grundsätzlich klar: »Trinkgeld ist ein Zeichen der Wertschätzung für einen guten Service. In erster Linie ist es aber die Aufgabe des Arbeitgebers,die Arbeit gut zu entlohnen.«
mik/dpa
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